Dienstag, 10. März 2009

Mein Weg von der PH zum Bahnhof Rorschach

Schon öfters hat mich meine Mutter zu Hause gefragt, wie denn das Wetter in Rorschach gewesen sei. Ich musste dann jeweils sehr lange studieren oder konnte mich teilweise nicht einmal mehr daran erinnern. Zudem sprachen wir gerade am Wochenende darüber, wie kalt und ungemütlich ein See im Winter ist. Auch da fragte sie mich wieder, ob sich das für mich in Rorschach auch so anfühlt und ich konnte ihr wiederum keine Antwort geben. Ich fand das irgendwie erschreckend und darum nahm ich während dem Gang von der PH zum Bahnhof Rorschach das Wetter und den See einmal bewusst wahr.

Das Wetter spielte am Montag verrückt. Zuerst windete es sehr stark und plötzlich fing es leicht an zu schneien. Die Vögel flogen im Wind umher und freuten sich wohl daran. Als ich auf den See blicken konnte, blieb ich für einen kurzen Moment stehen. Der Himmel war dunkel und grau, nur auf der deutschen Seite des Bodensees vermochten sich die Sonnenstrahlen durchzusetzen. Ich sah nur einen kleinen Teil des Sees, da der Rest vom Nebel eingehüllt wurde. Auf einmal hörte ich ein Flugzeug und darum schaute ich in den Himmel hinauf. Zwei, Dreimal konnte ich einen kurzen Blick auf das Flugzeug erhaschen, dann verschwand es im dichten Nebel. Ich muss meiner Mutter Recht geben. Ein See wirkt im Winter kalt und ungemütlich.

Noch immer finde ich es erstaunlich, dass ich manchmal den gleichen Weg gemacht habe, ohne bewusst wahrzunehmen, wie das Wetter ist. Wenn ich mit anderen laufe und dabei in ein Gespräch verwickelt bin, kann ich es ja noch verstehen. Aber immer montags laufe ich diesen Weg alleine und bin wohl so in meine Gedanken vertieft, dass ich das, was normal ist und immer da ist, nicht wahrnehme. Beim Wetter ist es ja weiter nicht so tragisch, da es mir nicht sehr wichtig ist. Aber beispielsweise die Arbeit meiner Mutter ist auch etwas, was immer da ist und aus diesem Grund keine grosse Beachtung mehr bekommt. Ich möchte in Zukunft wirklich darauf schauen, vor allem im menschlichen Bereich wieder bewusster Dinge wahrzunehmen.

Daniela Hollenstein, LG06Ad

8 Kommentare:

  1. Sali Daniela
    Es ist schon erstaunlich wie schnell man vergisst, welches Wetter heute morgen oder gestern war. Wenn man bedenkt, dass man sehr oft über das Wetter spricht, ist diese Erkenntnis eigentlich sehr erschreckend. Ich finde es auch immer spannend, welche Geräusche (zum Beispiel ein Vogelgezwitscher oder das Rauschen der Blätter) wahrgenommen werden könnten, wenn man diesen mehr Beachtung schenken würde.

    Liebe Grüsse Bernadette

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  2. Liebe Daniela
    Leider ist es so, dass wir vor allem gewohnten Sachen viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Der Mensch ist und bleibt einfach ein Gewohnheitstier. Ich finde auch, dass gerade im menschlichen Bereich darauf geachtet werden muss - auch ich muss mich da mehr bemühen. Aber nur schon die Erkenntnis ist ein wichtiger Schritt --> der erste Schritt zur Besserung!

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  3. Liebe Daniela
    Ich finde es wie du auch erschreckend, wie oft man so zentrale Dinge oder Gegebenheiten übersieht. Zusätzlich sind es dann gerade noch die Dinge, die eigentlich immer da sind und uns umgeben, denen wir so wenig Beachtung schenken. Wahrscheinlich genau deshalb haben wir uns zu sehr an sie gewöhnt und werden uns ihrer erst wieder bewusst, wenn sie einmal nicht mehr einfach da sind. Aber es ist sicherlich wichtig, dass man sich diese Tatsache vor Augen hält und dann bewusst einmal darauf achtet, was eigentlich alles so um uns herum läuft und es dadurch auch wieder zu schätzen lernt.
    Liebe Grüsse, Angela

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  4. Liebe Daniela

    Genau wie du habe ich mir diese Woche vorgenommen, meine tägliche Umwelt besser wahrzunehmen. Ich kann sagen, dass mir das teilweise gelungen ist, aber ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass es mir in der jetzigen stressigen Zeit sehr schwierig fällt, den Kopf einfach abzuschalten!
    Ich finde es aber auch sehr schade, dass wir uns zu sehr auf uns selbst konzentrieren und unserere Umwelt uns sozusagen kalt lässt. Deshalb lasse ich meinen Post-it Zettel noch ein Weilchen hängen, um besser darauf zu achten.

    Liebe Grüsse
    Jessica Zisette
    LG06Cd

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  5. Es war sehr spannend deinen Beitrag zu lesen. Ich war an jenem Tag auch in Rorschach und trotzdem kommen mir all diese Detail, welche du beschrieben hast völlig unbekannt vor. Das macht mich etwas traurig. Die Natur bietet uns zahlreiche solche Schauspiele und wir nehmen sie nicht einmal war. In Zukunft möchte ich diesen Details mehr Beachtung schenken. Die Natur hat unsere Aufmerksamkeit verdient. Vielen Dank, dass du mir dies bewusst gemacht hast!

    Liebi Grüess

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  6. Hallo Daniela
    Mir ist auch schon viel aufgefallen, wie wenig ich einzelne Dinge wahrnehme, welche ich jeden Tag sehe, mache etc. Ich habe mich gefragt, woran das wohl liegt? Sind wir so verwöhnt, dass wir uns für einfache, schöne Dinge überhaupt nicht mehr interessieren oder sind wir so gestresst? Ich weiss es nicht. Heute habe ich gerade im Zug bemerkt, wie viele Dinge (verschiedene Stimmen, GEspräche etc.) um mich herumstattfinden. Es war schwierig und ein bisschen verwirrend einmal konzentriert auf all dies zu hören. Teilweise waren die Gespräche sogar sehr spannend. Ich habe mir vorgenommen, vor allem wenn ich Stress habe mich nach draussen zu setzen um die Geräusche um mich herum bewusster wahrzunehmen. Ich denke gerade im Moment habe ich Stress und die Geräusche, welche uns die Natur bietet sind teilweise sehr entspannend.
    Liebe Grüsse Annina Grämiger LG06Ac

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  7. Liebe Daniela

    Sehr schön zu lesen, wie du die Stimmung auf dem Weg vom Bhf zur PH beschreibst - Wenn ich das lese, seh ich dich am Wege stehen, mit vom Winde verwehten Haaren :D

    Ich finde deine Entdeckung sehr wichtig. Vieles nehmen wir als so selbstverständlich hin, dass es keine grosse Beachtung von uns mehr erhält und gar nicht mehr bewusst wahrgenommen wird.

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  8. Hallo Daniela
    Da hast du völlig Recht. Wir gehen so oft nach Rorschach, aber wie das Wetter genau war oder wie der See ausgesehen hat, können wir am Abend gar nicht mehr beschreiben. Wenn wir jeweils im Stella Maris Schule hatten und mir manchmal langweilig war, schaute ich aus dem Fenster. Ab und zu stellte ich fest, dass es auf der Schweizerseite bewölkt war und auf der deutschen Uferseite die Sonne schien.

    Heutzutage ist auch immer so viel los. Da ist eine Verpflichtung, da hat man noch eine Einladung, der Verein ruft, mit alten Freunden sollte man wieder etwas unternehem,… Das Leben ist so ausgefüllt, dass man es gar nicht mehr richtig geniessen kann. Unser Kopf ist immer so voll, dass wir solche Sachen gar nicht richtig wahrnehmen.
    Petra Oberholzer, LG 06D

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