Die lange Reise der Crevetten in meinem Bauch
Das sind genau diese Sachen, über die man eigentlich nicht nachdenken möchte. Trotzdem "zwinge" ich mich jetzt dazu, über die Reise der Crevetten nachzudenken, die ich so liebend gerne verspeise.
"Aus thailändischer Zucht" steht klein gedruckt irgendwo ein bisschen versteckt auf der Verpackung. Oder rede ich mir nur ein es sei versteckt, könnte also so leicht auch übersehen werden?... Folgende Bilder formen sich in meinen Gedanken: dreckige Gewässerbecken, vollgestopft mit den Tieren (Jaa, die sind nämlich einmal grau gewesen mit Kopf und Augen und Fühlern und Beinen, keine rosaroten Würstchen, wie man sie aus dem Laden kennt). Arbeiter, die den ganzen Tag hier arbeiten und die Crevetten mit Antibiotika-angereichertem Futter füttern um sie in möglichst kurzer Zeit möglichst dick zu kriegen, und trotzdem nichts verdienen. Irgendwo sitzt ein Chef der Zuchtanlage im Büro, kontrolliert den Betrieb, verhandelt mit den Abnehmern und freut sich darüber, soviel des verdienten Geldes in seinen eigenen Sack stecken zu können.
Die Crevetten werden per Fliessband verpackt werden (vielleicht in China?) von Arbeiterinnen, die 10 000 x am Tag die eine selbe Handbewegung machen. Dann geht der Transport weiter, vielleicht direkt nach Europa, wo die Crevetten dann bei uns im Supermarkt landen. So wären sie noch mit dem Flugzeug, dem dazugehörigen Piloten, anderen Transportmenschen, und schliesslich mit dem Lieferanten des Coops, dann mit den Angestellten des Coops und schlussendlich mit mir in Kontakt gekommen - Endstation.
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