Montag:
Ich bin froh, dass ich warm duschen kann und das jeder Zeit wann immer ich will und wie lange ich will. In Indien musste ich vorher den Boiler anstellen, dass ich warmes Wasser hatte. Aber es konnte auch sein, dass es kein Wasser oder nur dreckiges und kaltes Wasser gab. Obwohl ich mir vorgenommen habe, mir über diesen Luxus des warmen Wassers immer bewusst zu sein, habe ich ihn recht schnell vergessen und erinnere mich heute gerne daran, dass meine tägliche heiße Dusche ein genialer Luxus ist.
Es regnet und eigentlich wollte ich zu Fuss in die PH gehen. Doch weil es regnet und ich mein schweres Notebook zu tragen habe, fahre ich mit dem Auto in die PH. Völlig unnütz, absoluter Luxus. Ich achte immer daruf und ärgere mich, wegen der Umweltverschmutzung, wegen der Benzinkosten und weil mir die Bewegung eigentlich gut tun würde. Aber ich geniesse diesen Luxus.
Ich komme vom Einkauf nach Hause, es ist dämmrig und ich schalte das Licht ein. Es wird hell. Ich bin froh, dass es nicht mehr dunkel ist. Ja, es ist ein riesen Luxus, dass ich jetzt meinen Computer anschalten kann und weiter an meiner Bachelorarbeit arbeiten kann. Wie bin ich froh, dass mein Tag nicht mit dem Sonnenuntergang zu Ende ist. Was für ein Luxus.
Am Morgen stehe ich auf. An meinem Kühlschrank klebt der Post-it: "achtsam wahrnehmen, achtsam leben!" Auch mein Kühlschrank, der ganz sicher nicht die beste Energieklasse hat, ist für mich ein täglicher, unbeachteter Luxus.
Ich geniesse jeden Tag Luxus, der mir nicht mehr bewusst ist. Luxus, der kaum jemandem mehr bewusst ist. Aber es tut gut sich daran zu erinnern, theoretisch ist es einem ja schon bewusst, dass diese ganzen Luxusgüter uns das Leben so viel leichter machen. Ich denke, dass ich auch ohne den Post- it aufmerksam bin, aber nicht in stressigen Zeiten wie jetzt. Aber ich sollte aufmerksamer sein, denn nur wer aufmerksam ist, dem fallen Einsparmöglichkeiten auf.
Ich finde es sehr gut, dass du dir mal so richtig Gedanken darüber gemacht hast, was eigentlich alles Luxus ist. Müssten wir auf Strom, fliessendes Wasser oder andere alltägliche Dinge verzichten, hätte wir die grössten Mühe unser Leben überhaupt noch zu Leben. Was machen wir denn, wenn wir nicht vor den Computer oder Fernseh hocken könnne? Wie oft gehen wir denn noch in die freie Natur und beschäftigen uns direkt mit unserer Erde?
AntwortenLöschenNoemi Frick LG06C