Ich habe mich dafür entschieden, in meinem Blog zwei Negativmeldungen aufzugreifen, die mir im Bezug auf Nachhaltigkeit als relevant erscheinen. Beide habe ich im Tagesanzeiger vom Samstag, 21. Februar 2009 gelesen.
Der erste Artikel trägt den Titel „Firmenjets“ und zeigt die Tatsache auf, dass vielen Grosskonzernen der Schweiz jederzeit firmeneigene Flugzeuge zur Verfügung stehen, mit denen sich die Topkader von Geschäftstermin zu Geschäftstermin begeben.
So besitzt etwa Novartis drei Flieger und auch Kaderleute von Roche haben die Möglichkeit, mit einem firmeneigenen Flugzeug zu reisen.
Als Rechtfertigung werden zeitliche Ressourcen genannt, die durch das Reisen mit Firmenjets eingespart werden können.
Daneben gibt es aber auch Firmen, deren Angestellte mit Linienflügen reisen. So zum Beispiel die UBS und Credit Suisse, welche beide Linienflüge benutzen.
Die Tatsache, dass viele Firmen Privatjets zur Verfügung haben, finde ich bedenklich. Fliegen macht einen grossen Teil des CO2-Ausstosses aus. Wenn Kaderleute diverser Unternehmen hier noch ihre Privatflieger haben, ist das für die Umwelt eine zusätzliche Belastung.
Gerade von Personen, die eine hohe Stellung haben und in der Öffentlichkeit stehen, würde ich erwarten, dass sie einen etwas vernünftigeren Umgang mit der Umwelt pflegen und so auch eine Art Vorbildfunktion übernehmen. Diese sollte ihnen auch die Stunden wert sein, die sie mit ihrem Privatjet einsparen könnten.
Im zweiten Artikel „Die Spraydose soll wieder in den Abfallsack“ geht es darum, dass der Bund im November eine Verordnung eingeleitet hat, nach welcher sogenannte nicht rückgabepflichtige Sonderabfälle bis zu 200 Gramm wieder via Kehrichtsack entsorgt werden können, was bisher strafbar war. Dieser Schritt ist bei Kritikern jedoch auf beträchtlichen Widerstand gestossen. Die Umwelt würde dadurch zwar nicht belastet, da die Sonderabfälle nicht wie früher in einem Depot landen, sondern verbrannt werden. Jedoch habe man die Bevölkerung nun über Jahre dazu „erzogen“, Abfall zu trennen. Durch diese Neuregelung würde die ganze Abfalltrennung wieder in Frage gestellt. Auf Grund dieser massiven Kritik ist noch nicht sichergestellt, ob der Vorschlag weitergezogen wird, oder ob man ihn ganz fallen lässt und weiter macht wie bisher.
Ich persönlich bin auch der Ansicht, dass man im Falle einer solchen Neuregelung rückwärts arbeiten und denken würde. Jetzt wo wir in der Schweiz so weit sind, dass Glas, Pet, Aluminium etc. getrennt entsorgt werden, würde eine solche Regelung den Eindruck erwecken, als ob diese Trennung doch nicht von grosser Bedeutung ist. Es geht mir also nicht prinzipiell um die 200 Gramm, mit welchen die Verbrennungsanlagen laut dem Artikel keine Probleme mehr haben, sondern um die grundsätzliche Frage ob Abfalltrennung oder nicht, welche damit bei der Bevölkerung in Frage gestellt werden könnte. Dies könnte in vielen Haushalten zur Folge haben, dass wieder alles im Abfallsack landet, was für die Umwelt eine Belastung wäre.
Mittwoch, 25. Februar 2009
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Liebe Rahel
AntwortenLöschenLetzte Woche haben wir noch darüber diskutiert, dass es Sachen gibt, auf die man nicht verzichten möchte, so zum Beispiel das Reisen, wozu auch das Fliegen gehört. Geschäftsleute können darauf je nach Situation noch weniger verzichten, da unsere Gesellschat und unsere Wirtschaft nun mal so funktioniert, dass man in kürzester Zeit am anderen Ende der Welt verfügbar ist. Trotzdem sollte man diese Belastung so gering wie möglich halten, was bedeuten würde, dass auch die wichtigsten Geschäftsleute auf ihre Sonderflüge, in denen sie dann vielleicht sogar alleine sitzen, verzichten und auf Linienflüge umsteigen.