Dienstag, 24. Februar 2009

Erneuerbare Energie

Wohnhaus mit Energieüberschuss
In Bennau entsteht ein Plusenergiehaus (höchster Minergiestandard). Das Ziel dieses Projektes ist, dass sich dieses Gebäude komplett selbst mit Energie versorgen kann. Es stellt dabei sogar Wärme in Form von Warmwasser und elektrischem Strom zur Verfügung. Auf dem Dach ist eine 220m2 grosse Photovoltaikanlage installiert, welche den Strom produziert. Dies macht im Jahr etwa 28‘000kWh aus. Zusätzlich liefern Solarkollektoren jährlich 30‘000kWh Energie in Form von Wärme (vgl. Toggenburger Tagblatt; 23.02.2009).

Offensichtlich ist es möglich, mit dem heutigen Stand der Technik Gebäude zu bauen, welche nicht nur sich selbst mit Energie versorgen, sondern zugleich auch als eine Art von Kraftwerk fungieren können. Und das bei Baukosten, welche nicht einmal 15% höher sind als bei herkömmlichen Häusern. Dies wirft gezwungenermassen die Frage auf, warum es mit unserer Umweltpolitik nicht möglich ist, solche Gebäude als Standard zu definieren und zur Zeit immer noch konventionelle Heizanlagen eingebaut werden.


Atomkraft spaltet die Schweiz
Gemäss einer Umfrage (Perspektive Schweiz des Vereins Vernunft Schweiz) ist der grösste Teil der Schweizer Bevölkerung bereit, die Stromlücke mit Energiesparmassnahmen zu schliessen. Über die Hälfte (56%) der 20‘903 befragten Personen würden einen Aufpreis von 20% für Strom aus erneuerbaren Energien bezahlen. Trotzdem würden 50% weiterhin Atomkraftwerke befürworten (vgl. Toggenburger Tagblatt; 24.02.2009).

Ich finde es schade, dass die Schweizer Bevölkerung wahrscheinlich nur die Atomkraftwerke aus finanziellen Aspekten befürwortet. Zusätzlich muss man bedenken, dass uns der Energieträger für Atomkraftwerke (Uran) nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen wird und deshalb nicht nachhaltig sein kann.

6 Kommentare:

  1. Dieses Haus ist ja wirklich eine super Sache. Kurz gesagt, es gibt gar nichts Negatives daran. Bleibt einfach die Frage, warum man solche Häuser nicht schon viel früher erfunden hat. Wären alle Gebäude so konzipiert, könnte man sicherlich sehr viel Energie sparen. Es erstaunt mich, dass der Kostenaufwand für den Bau nicht höher ist.
    Ich persönlich fände es super, einmal so ein Haus zu besitzen. Aber bis ich mir das leisten kann, gibt es sicherlich noch viel ausgefallenere Wohnarten, die noch besser für die Umwelt sind.

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  2. Liebe Bernadette

    Ich habe in meinem Blog auch über diesen Artikel geschrieben und dabei ist bei mir die gleiche Frage aufgetreten. Wenn es möglich ist, solche Häuser zu bauen, warum macht das denn niemand? Die Mehrkosten von 15 Prozent hätte man doch in kürzester Zeit wieder eingespart. Ich frage mich wirklich, ob da nicht noch weitere Faktoren dazukommen, wenn beispielsweise eine Familie ein solches Haus bauen möchte. Es muss doch irgendeinen Grund geben, dass dies nicht alle machen. In Zukunft wird es wohl immer mehr solche Projekte geben, was vielleicht sogar zu noch niedrigeren Kosten führen kann. Ich bin wirklich gespannt, wie es im Bereich „Wohnen“ weiter gehen wird.

    Liebe Gruess Daniela Hollenstein, LG06Ad

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  3. Wir haben den gleichen Artikel über das Minergie-Haus gelesen. Auch ich war überrascht, wie "günstig" so ein Haus eigentlich wäre. Vor allem, wie du auch sagst, lohnt es sich längerfristig ja total, so ein Haus! Es werden jährlich so viele neue Wohnblöcke gebaut, da verstehe ich nicht, weshalb es nicht mehr solche gibt!
    Das mit den Atomkraftwerken ist doch wieder einmal ein typisches Beispiel... es geht immer um das liebe Geld. Ich weiss leider auch nicht, wie wir zur Vernunft kommen können...?

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  4. In einem anderen Post hat jemand von Fenstern geschrieben, welche man per Knopfdruck so steuern kann, dass sie entweder abblenden, oder die Strahlen sehr gut in den Raum reflektieren lassen, sodass dieser erhellt wird.
    Auch hier stellt sich die gleiche Frage: Weshalb sind diese energiesparsamen Häuser oder allgemein Produkte nicht Standard?
    Es sollten nur solche Produkte erhältlich sein, sodass jede Person zur Erhaltung unseres Klimas beitragen muss!

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  5. Liebe Bernadette

    Ich finde das Projekt ein schönes Beispiel dafür, dass ein langsames Umdenken im Bezug auf Umweltschutz im Gang ist. Menschen beginnen, Neues zu entwickeln und umzusetzen, da sie sehen, dass es so nicht weitergehen kann. Solche Projekte machen Mut und lassen mich etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Auch ich frage mich nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe, wieso man nicht häufiger solche Bauweisen wählt. Ich denke, dass sich diese noch am entwickeln ist, in Zukunft aber bestimmt stark auf diese Form von Bauen und Wohnen gesetzt wird.

    Einen schönen Abend wünsche ich dir und grüsse dich lieb,
    Rahel Giezendanner, LG 06Ac

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  6. Ich kann zwar noch knapp verstehen, dass die Bevölkerung weiterhin Strom aus bereits bestehenden AKW’s beziehen will, dass aber allen ernstes über den Neubau von AKW’s diskutiert wird, übersteigt meine Toleranzgrenze!

    Als die ersten AKW’s in der Schweiz gebaut wurden, wusste noch niemand, wie die hochradioaktiven Abfälle entsorgt werden könnten. Man versprach, bald Lösungen zu präsentieren. Bis heute ist dieses Problem absolut nicht gelöst.

    Aber nicht nur die Entsorgung der Abfälle und der Bezug der limitierten Rohstoffe sondern die tägliche Gefahr ist es, was mir Sorgen macht. Wir sitzen auf einem Pulverfass und tun so, also ob wir nichts wüssten! Als der Unfall in Tschernobyl die ganze Welt aufschreckte, glaubte ich an ein Umdenken – aber Tschernobyl liegt zu weit von uns entfernt, längst sind die Bilder und die Angst vergessen.

    Ich bin überzeugt, dass die drohende Energielücke mit erneuerbaren Energien geschlossen werden kann. Dafür braucht es engagierte Politiker und eine wache Bevölkerung, welche endlich Verantwortung für ihr Handeln übernimmt.

    Nelly Picmous, LG 06 Ea

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