Eigentlich wäre unser Solprojekt auf den Montagmorgen angesetzt gewesen. Da es an jenem Morgen aber regnete, beschlossen wir, dieses auf den Mittwoch zu verlegen in der Hoffnung, dass das Wetter dann etwas schöner ist. Und wir hatten Glück. Zwar war es wieder grau und eher unfreundlich, aber geregnet hat es nicht. So machten wir uns am Morgen bepackt mit Handschuhen, Abfallsäcken und einem Znüni auf zu unserer Säuberungsaktion im Waldgebiet Salomonstempel im Hemberg.
Wir starteten unsere Aufräumaktion an der grossen Feuerstelle, die schon von der Strasse aus sichtbar ist. Auf den ersten Blick waren wir erstaunt, wie sauber es aussieht, hatten wir diesen Platz doch genau wegen den oft sehr verschmutzten Feuerstellen aufgesucht. Bei näherem Hinsehen fanden wir aber trotzdem jede Menge Zigarettenstummel, Papierfetzen, Alufolien, Taschentücher und anderen kleinen Abfall, welchen die Leute nach dem „Bräteln“ liegen gelassen haben. Während dem Aufräumen stiessen wir auch immer wieder auf alte Glasscherben, welche an solchen öffentlichen Plätzen sehr gefährlich sind. Sie zerschneiden Hunden und Barfüssigen die Füsse und auch mit Kleinkindern muss diesbezüglich Vorsicht geboten werden; Scherben können einem den schönen Sonntagsnachmittagsausflug ganz schön verderben.
Während dem Auflesen dieser Dinge diskutierten wir darüber, wie verhindert werden könnte, dass so viel Abfall herumliegt. Logischerweise könnte man denken, dass eine ausreichende Anzahl an Abfalleimern vorhanden sein müsste, um den herumliegenden Müll zu reduzieren. Die Praxis zeigt aber leider immer wieder, dass Mülleimer genau das Gegenteil auslösen können: Die Menschen denken, dass dies ein gehorteter und kontrollierter Platz sei. Sie räumen eventuell ihren Abfall schlechter weg als sie es in „unberührter“ Natur tun würden, da sie sich unbewusst an einem Ort fühlen, der ja sowieso wieder aufgeräumt wird. Eine furchtbare Haltung, die aber leider wirklich von einigen Menschen eingenommen wird.
Nachdem die Feuerstelle zufriedenstellend vom Abfall befreit war, liefen wir noch im Wald herum und ein Stück weit den Wegen entlang und säuberten diese. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Leute ihren Abfall teilweise nicht einfach fallen lassen, sondern ihn extra noch ein bisschen neben dem Weg „verstecken“, ihn in das Gebüsch werfen. Das zeigte uns, dass einige Menschen ihren Abfall extra wegwerfen und nicht einfach aufgrund einer Unachtsamkeit verlieren.
Im Wald selber war der Müll im Vergleich zu der Feuerstelle weniger konzentriert aufzufinden. Es handelte sich auch hier wieder vorwiegend um Zigarettenstummel, kleine Papierfetzen, Bonbonpapiere und Taschentücher. Nur einmal stiessen wir ein bisschen abseits des Weges auf einen Berg von Karton und Plastik, der wie es schien sehr gezielt dort gelagert wurde.
Dank diesem Abfallhaufen wurde zumindest einer unserer Abfallsäcke so voll, wie wir es uns eigentlich vorgestellt hatten.
Das Thema Abfallentsorgung ist in unserer Wegwerfgesellschaft immer aktuell. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir, als zukünftige Lehrpersonen, unsere Schüler und Schülerinnen auf diese Problematik sensibilisieren. Dies könnte mit einer Waldaufräumaktion, Exkursionen in KVA’s und Recyclingfirmen oder ganz einfach mit dem Fetzeln auf dem Schulhausareal umgesetzt werden.
Donnerstag, 7. Mai 2009
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